Neue Regeln kurzfristige Beschäftigungsverhältnisse sowie für Minijobs und Gleitzone

 

Kurzfristige Beschäftigungen sowie Minijobs und Gleitzone ab 1.1.2015

Höhere Zeitgrenzen bei kurzfristigen Beschäftigungen

Ab dem 1. Januar 2015 gelten bei kurzfristigen Beschäftigungen höhere Zeitgrenzen. Dann zählen Beschäftigungen, die auf maximal drei Monate beziehungsweise 70 Arbeitstage begrenzt sind, als kurzfristige Beschäftigung. Aktuell liegt die Grenze bei zwei Monaten beziehungsweise 50 Arbeitstagen.

 

Grund für die Änderung ist die Einführung des Mindestlohns zum Jahreswechsel 2014/2015. Die neuen Grenzen sollen Arbeitgeber entlasten, die zum Beispiel im Bereich der Saisonarbeit grundsätzlich höhere Löhne werden bezahlen müssen. Denn bei kurzfristigen Beschäftigungen zahlen Firmen und auch Mitarbeiter keine Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung. Allerdings gilt die Ausdehnung der Zeitgrenzen nur bis zum 31. Dezember 2018.

Wichtig: Beginn des Beschäftigungsverhältnisses beachten

Die neue Regel gilt nur für Beschäftigungen ab 2015. Nimmt ein Arbeitnehmer einen kurzfristigen Job noch 2014 auf und setzt ihn 2015 fort, gilt weiterhin die Grenze von zwei Monaten oder 50 Arbeitstagen. Arbeitgeber müssen also bei einer 2014 beginnenden Beschäftigung und der vorausschauenden versicherungsrechtlichen Beurteilung die Rechtslage berücksichtigen, die zu diesem Zeitpunkt maßgebend ist.

 

Ist ein Job nur bis zum 31. Dezember 2014 befristet und eine Weiterbeschäftigung im darauffolgenden Jahr nicht rechtzeitig vorhersehbar, gelten die höheren Grenzen ab 1. Januar 2015, wenn der Beschäftigte die Tätigkeit neu aufnimmt. 

Geringfügigkeitsrichtlinien sollen angepasst werden

Der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) hat angekündigt, die Grenzen in den aktuellen Geringfügigkeitsrichtlinien anzupassen. Darin sind auch verbindliche Aussagen über die Zusammenrechnung mehrerer kurzfristiger Beschäftigungen zu erwarten. Eine Grenze bei 90 Arbeitstagen ist wahrscheinlich.

 

Gleitzone: Übergangsregelung fällt weg

Keine Übergangsregelung mehr für Beschäftigte in der Gleitzone! Das gilt ab 2015 zumindest für diejenigen, die vor dem Jahr 2013 zwischen 400 und 450 Euro verdient haben und auch danach bis heute nicht mehr als 450 Euro bekommen.

Wer vor dem 1. Januar 2013 von 400,01 bis 450 Euro verdient hat, zahlte aufgrund einer Übergangsregelung Beiträge im Rahmen der Gleitzone in allen Zweigen der Sozialversicherung. Zum 1. Januar 2015 läuft für diese Gruppe von Beschäftigten diese Übergangsregelung aber aus. Das heißt im Klartext: Sie sind ab dann geringfügig beschäftigt und zahlen keine Beiträge in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung mehr. In der Rentenversicherung besteht Versicherungspflicht. Für diese ehemaligen Gleitzonen-Beschäftigten ist - genauso wie für alle Minijobber seit 2013 - eine Befreiung von der Rentenversicherungspflicht auf Antrag möglich.

Die Änderung hat auch Folgen für den Arbeitgeber. Mit dem Wegfall der Beitragspflicht zahlt der Arbeitgeber den Pauschalbeitrag zur Kranken- und Rentenversicherung an die Minijob-Zentrale. Vorher muss er eine entsprechende Meldung abgeben.

Für den Arbeitnehmer fällt mit der eigenen Beitragspflicht auch der Versicherungsschutz weg. Er beteiligt sich nicht am Pauschalbeitrag und muss sich um eine Anschlussversicherung kümmern.